Historisches Panorama Stuttgart 22

Wandatours, Organisation für Zeitdiplomatie, freut sich, Euch am
Freitag, 13.11. '98, 20 Uhr im Bahnhofsturm im Hauptbahnhof Stuttgart
zu dieser Veranstaltung einzuladen.

Drei Künstlerinnen des 22. Jahrhunderts präsentieren hinter den Glasscheiben des Bahnhofsturmes Sichten, die für sie Historie sind. Sie setzten Panoramafotos des Stuttgarter Amtstblattes aus dem Jahre 2098 von der zukünftigen Peripherie von Stuttgart 21, die sich in der Stadtbüchererei 22 befinden (werden) in transparente Gemälde um. Die Fotos wurden von der Generation ihrer Eltern kurz vor der Glasummantelung und Sprengung in eine Erdumlaufbahn von Stuttgart 21 anno 2099 aufgenommen.

Anke Bauer, Jahrgang 2093: "Für mich ist es ein tolles Gefühl, Bilder von unten, die wir jetzt oben haben, einem 'Unten davor' zu zeigen!"

Ute Zeller, geb. 2091: "Meine Mutter wohnt ja immer noch unten in München. Sie ist mit dem letzten ICE über Ulm vor dem Start weggezogen. Sie hat ein bißchen Sorge vor dem Höhenunterschied bei meiner Zeitreise hierher gehabt, aber sie ist auch stolz darauf, daß ich Aufkärungsarbeit für die Vergangenheit leiste."

Julia Lenzmann, geb. 2092: " Mir geht es vor allem um den Sfumato-Abgleich zwischen Foto und Atomzeitalter. Das ist auch eine Fortbildung im Rahmen meines Jobs im Atmo-Vorhänge - Gewerbe."


Anschließend: feierliche Legung einer Filderkrautbombe in die Fundamente von Stuttgart 21, zur Korrektur des Starts von Stuttgart 22.

Wie ihr wißt, wird aus Gründen auf die wir jetzt hier nicht weiter eingehen wollen, das gelungene 21 - Areal in eine Erdumlaufbahn gesprengt. Diese Sprengung verlief leider Gottes nicht ideal. So wie das Areal im 22. Jahrhundert im All liegt, ergeben sich einige Nachteile. Mit einer kleinen Korrektur der Sprengung wollen wir diese Lage verbessern.

Um während der Hektik der Vorbereitungen zur allgemeinen Sprengung 2099 keine zu großen Verwirrungen zu stiften, haben wir den frühestmöglichen Zeitpunkt zur einvernehmlichen Legung eines zusätzlichen kleinen Sprengsatzes gewählt, der einen Ausgleich um 2° gewährleisten soll.

Wichtig ist uns dabei der Konsens, die Akzeptanz in der Bevölkerung. Wir haben deshalb die ökologisch unbedenkliche Sprengkraft und die äußere Form eines Filderkrautkopfes für die Bombe gewählt.

Das Ganze wird im geselligen Rahmen seinen Ausklang im Einklang finden.


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